3 wege hahn speedflow

Wenn Keimsperren bei Wasserfiltern und Umkehrosmoseanlagen zur Gefahr werden können!

Einige Umkehrosmose Anbieter werben mit geprüften Keimsperren, verschweigen jedoch, dass auch diese einzeln genutzt zur Gefahr werden können und die Pfützenkeimbildung (Pseudomonas aeruginosa) in den Schläuchen sogar verstärken können. Welche Systeme einen effektiven Rundumschutz erreichen, erfährst Du im Artikel.

Vom Institut für Wasserforschung gemeinnützige GmbH (IWW) wurde bereits 2024 nachgewiesen, dass Ultrafiltrationsmembranen (UF-Membranen) – auch Keimsperren genannt – einzeln eingesetzt zwar die Bakterien effektiv zurückhalten können, jedoch gleichzeitig negative Auswirkungen auf die Hausinstallation und demzufolge auch auf Umkehrosmoseanlagen haben können, da sich neue Bakterienstämme bilden und die Bakterienbildung sogar verstärkt wird. 3_IWW-Kolloquium_Andreas-Nocker-4.pdf

Aus diesem Grund sind Ultrafiltrationsanlagen für das ganze Haus nur in Verbindung mit einer prozessorgesteuerten automatischen Rückspülung empfehlenswert.

Was bedeutet das für Umkehrosmoseanlagen? Einige Hersteller bzw. Verkäufer von Umkehrosmose Anlagen werben mit geprüften Keimsperren als den ultimativen Schutz zur Absicherung von Wasserfiltern ohne die Hintergründe und Komplexität zu kennen! Es wird mit selbst erstellten Siegeln geworben und dies als die einzige Wahrheit dargestellt. Ist dem so oder wird hier gefährliches Halbwissen langfristig zum Nachteil der Kunden?

Bei der Labor Prüfung im Kurzzeittest sieht auf den ersten Blick alles gut aus. Die Bakterien werden effektiv zurückgehalten durch UF-Membranen (Hohlfasermembran Porengröße 0,1 – 0,01µm), wie es auch nicht anders zu erwarten war. Denn wer in Mathematik aufgepasst hat, erkennt schnell die Logik, dass 0,3µm “große” Prüfkeime nicht durch 0,1µm “kleine” Poren passen können 1. Das ist der Sinn der HF-Membranen und das können in der Regel alle Ultrafiltrationsanlagen bzw. UF-Filter. In dem Bericht steht jedoch, was bei langfristiger Nutzung passiert und uns in den letzten Jahren auch vermehrt aufgefallen ist. Im Laufe der Zeit bilden sich vor den UF-Membranen Biofilme und neue Bakterienstämme. Es entstehen in den Filterköpfen regelrechte Schleimpfropfen. Solange der Filter drin bleibt, stellt das höchsten eine Gefahr für die restliche Hauswasserinstallation dar!

Das eigentliche Problem entsteht, wenn die Filter zum ersten mal gewechselt werden bzw. durch die langfristige Nutzung und Keimbelastung in den Zuleitungen und Schläuchen. Beim Filterwechsel wird das bis dahin abgeschlossenen Biotop freigesetzt und die Biofilme können beim Eindrehen der neuen Kartusche in den Reinwasserbereich übertragen werden. Die gesamte Kontamination des Filters und der Umkehrosmoseanlage wäre somit möglich. In unserer Erfahrungen mit Vorgängermodellen anderer Hersteller hat dies in einigen Fällen nachweislich per Laborberichten und Verbraucheraussagen zur vermehrten Bildung der gefährlichen Pfützenkeime (Pseudomonas aeruginosa – Wikipedia) geführt. Mittels normaler Desinfektion (Spray oder Desinfektionsmittel) sind diese nicht entfernbar. Gleiches passiert vom Wasserhahn her rückwärts bis zur Rückverkeimungssperre.

Auch da können sich die Pseudomonaden einnisten sowie vermehren und zwischen der Keimsperre und dem Wasserauslass Biofilme bilden. Die eigentliche Herausforderung ist also nicht das schnelle Filtern der Bakterien durch eine Ultrafiltration oder Umkehrosmose Membran 1, sondern die langfristige mikrobiologische Sicherheit durch Vermeidung von Biofilmen. Das geht nur mit Desinfektion (z.B. UV-LED).

filterkopf mit biofilm

Das Beispiel von einem Mitbewerber zeigt einen Filterkopf einer geprüften Keimsperre nach 3 Jahren mit deutlicher Verfärbung und Biofilmbildung an der Reinwasserseite. Innen an dem blauen Ventil kommt das Leitungswasser an. Außen mit den Verfärbungen fließt das gefilterte Wasser. Hier ist das passiert, was in dem o.g. Bericht wissenschaftlich gezeigt wurde. Es können sich nach Jahren trotz Keimsperren Biofilme selbst nach der Keimsperre bilden, da “Nahrung” durch die Keimsperren geht und die Biotope zwischen den Keimsperren wachsen können.

Aus diesem Grund hat die WERTACH Quelle erstmals die Hybridabsicherung inkl. der UV-Desinfektion zur mikrobiologischen Absicherung der Umkehrosmose Anlagen eingesetzt, damit die Biofilmbildung in den Filterköpfen vermieden wird und die Filter der Umkehrosmose doppelt geschützt sind. Beide Systeme haben ihre Vorteile und auch Nachteile. In der Kombination der 99,99% Desinfektion und der 99,9999% Rückhaltung liegt eine weitaus größere Sicherheit. Durch den Einsatz von 2 Hybridabsicherungen und zusätzlicher Keimbarriere im Abwasserschlauch sowie antibakteriellem Strahlregler am Wasserhahnauslauf ist eine Umkehrosmoseanlage rundum mikrobiologisch abgesichert.

Weiterhin ist es quasi unmöglich, selbst bei einem bestmöglichen Einbau mit allen Sicherheitsvorkehrungen keimfrei zu arbeiten. Das wäre reine Illusion! Deshalb sind im Inneren der Keimsperren von vorn herein Keime nicht auszuschließen. Anhand der o.g. Studie ist ersichtlich, dass durch die UF-Membranen das “Fressfutter” für die Bakterien im Inneren hindurchkommt. Dies führt zum nächsten möglichen Problem für solche Anlagen, wenn nur die mechanischen Keimsperren ohne Desinfektion eingesetzt werden.

Das war unter anderem ein Grund, warum aus den Erfahrungen der letzten 20 Jahre die Hybridabsicherung mit bis zu 6-facher Hygieneabsicherung entwickelt wurde. Hybrid bedeutet, dass erstmals die UV-Desinfektion mit der UF-Rückhaltung kombiniert wird, um durch die Desinfektion im ersten Schritt die Keime abzutöten und als 2. Schritt sicherheitshalber mit dem IN-SIDE Filter das Durchdringen der Bakterien zu verhindern. Weiterhin wird der sonst unbeachtete, jedoch höchst gefährliche Weg zum Abwasser mittels einer Keimbarriere abgesichert. Nach der Umkehrosmoseanlage wird dann ab der Performance Ausstattung eine weitere Hybridabsicherung eingesetzt und am Wasserhahnauslass sind neu entwickelte antibakterielle Wasserhahn Perlatoren im Einsatz. Diese verhindern eine Keimbelastung vom Wasserhahn Auslass her und beugen ebenfalls der Biofilmbildung am Auslass vor.

3 wege hahn speedflow

Das Beispiel von einem Mitbewerber zeigt einen 3-Wege Hahn aus Edelstahl mit Biofilmbildung nach ca. 1 Jahr Benutzung, obwohl bei diesem Kunden zertifizierte Keimsperren vor und nach dem Direktflow Umkehrosmosesystem eingesetzt wurden. Die Keimsperre funktionieren vorbildlich, verhindern jedoch keine Biofilmbildung bzw. Rückverkeimung vom Entnahmepunkt (Wasserhahn) her. Trotz Keimsperren können sich Pfützenkeime und andere Erreger nach der Rückverkeimungssperre einnisten und vermehren. Hier ist regelmäßige Hygiene am Wasserhahn gefragt. Die meisten Kunden werden jedoch in Sicherheit mit Zertifikaten gewogen und alleine ihrem Schicksal überlassen. Das ist kein Einzelfall, sondern eher die Realität bei fast allen Wasserhähnen von Filteranlagen bzw. Umkehrosmose Geräten mit einer Literleistung unter 2L/min weil der Durchfluss zu gering ist, um die Biofilmbildung zu vermeiden.

Einen besseren Schutz bieten Filteranlagen mit einer Literleistung von mehr als 1,8L/min. bzw. Wasserhähne mit antibakteriellen Strahlreglern / Perlatoren.

Fazit: Der Einsatz von mechanischen Keimsperren (auch wenn diese im Labor im Schnelltest geprüft wurden) stellt keine langfristige Sicherheit dar. Im Gegenteil – diese Filter können eher zur Gefahr werden! Nur eine effektive und ausgeklügelte Rundumabsicherung kann langfristigen Schutz bieten. Dies werden wir in einem bereits laufenden Langzeittest mit der Pantera Perfomance nachweisen. Eine echte Leistung/Sicherheitsaussage stellt nur Langzeittest mit täglicher Kontamination der Filteranlage über mindestens 3 Monate dar. Alles andere ist nett, aber halt nur Standard, den alle Umkehrosmoseanlagen sogar ohne Keimsperre schaffen sollten!

zertifikat 2025 05299 inkl. qr code

Darüber hinaus wurde erstmals von der WERTACH Quelle GmbH der Beweis in einem Industrielabor mit wissenschaftlicher Publikation erbracht, dass selbst Nanopartikel mit einer Größe von nur 0,001µm zu über 99,999% entfernt wurden. Demzufolge ist es mehr als logisch, dass auch Bakterien mit einer Größe von 0,3µm (300-fach größer als Nanopartikel) entfernt werden. Die Poren einer Hochleistungs-RO Membran2 sind nur 0,0001µm und deshalb in der Lage, die 10-fach größeren Nanopartikel und Nanoplastik zu entfernen. Dieser Beweis wurde nicht nur mit neuen Filtern, sondern auch mit Filtern erbracht, die bereits 9 Monate in der dauerhaften Benutzung waren. Demzufolge schafft es rein rechnerisch fast jede neue Umkehrosmoseanlage, die im Vergleich zur Membranpore 3000x größeren Bakterien abzutrennen. Erst bei längerer Bakterienkontamination über mehrere Monate zeigt es sich, ob ein durchdachtes System mit Rundumabsicherung Zuverlässigkeit und Sicherheit bietet. Diesen Beweis werden wir erbringen. Denn es geht um Dein wichtigstes Lebensmittel und um die Gesundheit Deiner Familie.

SingleParticle-ICP/MS als Prüfverfahren zur Detektion von Nanopartikeln in der Trinkwasseraufbereitung


Anmerkungen:

1) Die kleinsten bekannten Bakterienarten sind extrem winzig – deutlich kleiner als typische Bakterien (die meist zwischen 0,5 und 5 Mikrometer groß sind).

👉 Einige Beispiele:

  • Mycoplasma genitalium
    • Gilt als eines der kleinsten selbständig lebensfähigen Bakterien.
    • Größe: etwa 0,2–0,3 µm (200–300 Nanometer) im Durchmesser.
    • Genom: nur rund 580.000 Basenpaare – eines der kleinsten bekannten Bakteriengenome.
  • Mycoplasma pneumoniae
    • Ähnlich klein, etwa 0,2–0,3 µm.
  • Nanoarchaeum equitans (eigentlich ein Archaeon, kein Bakterium, aber oft in diesem Zusammenhang erwähnt)
    • Größe: ca. 400 nm.
    • Kann nicht ohne seinen Wirt überleben.
  • Candidate Phyla Radiation (CPR) Bacteria – eine neu entdeckte Gruppe extrem kleiner Bakterien
    • Teilweise nur 0,15–0,2 µm groß.
    • Sie haben extrem reduzierte Genome und leben oft parasitisch oder symbiotisch.

⚖️ Zum Vergleich:

  • Ein menschliches Haar hat etwa 70.000–100.000 nm (70–100 µm) Durchmesser.
  • Die kleinsten Bakterien sind also rund 300–500 Mal kleiner als ein Haar.

🔬 Unterhalb von ca. 150–200 Nanometern kommt man in den Größenbereich von großen Viren – weshalb die Definition einer „minimalen Zellgröße“ wichtig ist. Man geht davon aus, dass Zellen mindestens so groß sein müssen, um die nötigen Proteine und das Genom für selbständiges Leben unterzubringen.

Kategorie / BeispielTypische Größe
Nanopartikel (z. B. Plastik, Metall)1 – 100 nm
SARS-CoV-2 Virus80 – 120 nm
Influenza Virus80 – 120 nm
Große Viren (Mimivirus, Pandoravirus)400 – 1.000 nm (0,4–1 µm)
Kleinste bekannte Bakterien (CPR-Bakterien, Mycoplasma genitalium)150 – 300 nm (0,15–0,3 µm)
Nanoarchaeum equitans (Archaeon)ca. 400 nm (0,4 µm)
„Normale“ Bakterien (E. coli, Salmonella)500 – 2.000 nm (0,5–2 µm)
Große Bakterien (z. B. Epulopiscium, Thiomargarita)200.000 – 750.000 nm (0,2–0,75 mm, also mit bloßem Auge sichtbar)
Menschliches Haar (zum Vergleich)70.000 – 100.000 nm (70–100 µm)

2) Porengröße einer Umkehrosmose-Membran (RO-Membran):

  • Typischerweise: 0,0001 µm = 0,1 Nanometer (nm)
  • Das ist etwa 1.000-fach kleiner als die kleinsten Bakterien (150–200 nm).
  • Damit lassen RO-Membranen praktisch alle Bakterien und Viren zurück, ebenso wie fast alle Salze, Schwermetalle und viele organische Moleküle.

📊 Vergleich Porengröße vs. Mikroorganismen

Objekt / OrganismusGröße
Umkehrosmose-Porenca. 0,1 nm
Salzionen (Na⁺, Cl⁻, Ca²⁺)0,1–0,3 nm
Wassermolekül0,27 nm
Kleinste Bakterien150–300 nm
Viren (SARS-CoV-2, Influenza)80–120 nm

🔎 Wichtig:

  • RO-Membranen sind eigentlich keine klassischen „Siebfilter“. Sie arbeiten über Molekularsieb + Diffusionsprozess: Wassermoleküle können durch die dichte Polymerstruktur diffundieren, größere Teilchen (Ionen, Bakterien, Viren) nicht.
  • Daher ist die Angabe „Porengröße 0,0001 µm“ eher eine rechnerische Vergleichsgröße.

output

Hier siehst du den Größenvergleich auf einer logarithmischen Skala:

  • ganz unten die Poren der Umkehrosmose-Membran (0,1 nm)
  • dann Wassermolekül und Ionen
  • deutlich größer: Viren und Bakterien
  • und zum Vergleich ein menschliches Haar am rechten Ende

Damit wird gut sichtbar, dass selbst die kleinsten Bakterien um mehrere Größenordnungen größer sind als die RO-Poren – also sicher zurückgehalten werden.

👉 Neue Umkehrosmoseanlagen können daher in der Regel alle die Bakterien gut filtern! Die Gefahr liegt in der Biofilmbildung nach mehreren Wochen und Monaten. Dann zeigt es sich, ob eine Filteranlage / Umkehrosmoseanlage wirklich mikrobiologisch sicher ist. Deshalb sind nur mikrobiologische Langzeittest wissenschaftlich aussagekräftig. Ein einfacher Test mit einem neuen Filter ist nur der Beweis, dass der Kreis rund ist. Es ist reines Marketing für Vertriebsfirmen und keine wirkliche Sicherheit.

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